FAQ – Ist das Bauhaus?

Auf dieser Seite finden Sie alle häufig gestellten Fragen (FAQ) zum Bauhaus im Allgemeinen, zu den Bauhaus-Institutionen sowie zur Website bauhauskooperation.de.

Das Bauhaus war eine avantgardistische Kunstschule, die von 1919 bis 1933 in Weimar, Dessau und Berlin existierte. Drei Direktoren – die Architekten Walter Gropius, Hannes Meyer und Ludwig Mies van der Rohe – prägten die Geschichte der Schule. Mehr ...

In Weimar wurde das Bauhaus 1919 von Walter Gropius gegründet, das Motto lautete zunächst: „Wir alle müssen zum Handwerk zurück!“. Dies wurde bereits in der Weimarer Zeit im Hinblick auf eine stärkere Zusammenarbeit mit der Industrie geändert, „Kunst und Technik – eine neue Einheit“ hieß es ab 1923. In Dessau stand die rationale Gestaltung und Typenproduktion im Vordergrund, insbesondere nach der Leitungsübernahme durch Hannes Meyer: „Volksbedarf statt Luxusbedarf“ war seine Devise. Nach 1930 richtete Ludwig Mies van der Rohe die Schule stärker auf die Architekturausbildung aus. In Berlin existierte die Schule nur noch ein knappes Semester als Privatinstitut. Weitere Informationen zu den drei Phasen des Bauhauses finden Sie hier.

Walter Gropius hat die Fähigkeit gehabt, die interessantesten Lehrenden der Zeit für seine Institution zu gewinnen wie Paul Klee, Wassily Kandinsky, Oskar Schlemmer, Gerhard Marcks, Johannes Itten oder László Moholy-Nagy. Zusammen mit sehr offenen und begabten Studierenden schafften sie es, die vielfältigen modernen Tendenzen der Zeit aufzunehmen und wie ein Katalysator zu wirken. Zwar hat das Bauhaus viele moderne Alltagsgegenstände nicht neu erfunden, doch sie haben sowohl für Architektur, Fotografie, Typografie, Kunst und Design herausragend Neues geschaffen bzw. weiterentwickelt.

Das Bauhaus hat sich mit einer Breite an Themen befasst. Kein Architekt, Designer oder Fotograf kommt darum herum, sich zumindest im Studium mit der Geschichte des Bauhauses auseinanderzusetzen. Neu und radikal war die Pädagogik, die konsequent auf die individuelle schöpferische Kraft der Studierenden setzte und zum ersten Mal systematisch in den Lehrplan eingebaut wurde. Auch hier kommt keine heutige Kunst(hoch-)schule darum herum, sich die Frage zu stellen: „Wie werden Künstler optimal gefördert und ausgebildet? Geht es darum, wichtige handwerkliche Techniken zu lernen und/oder seine eigene Kreativität zu entwickeln?“

Im Bauhaus-Manifest von 1919 heißt es: „Aufgenommen wird jede unbescholtene Person ohne Rücksicht auf Alter und Geschlecht, deren Vorbildung vom Meisterrat des Bauhauses als ausreichend erachtet wird, und soweit es der Raum zuläßt.“ Unabhängig von Geschlecht, Alter oder Vorbildung konnte also jeder Interessent am Bauhaus studieren, sofern eingereichte künstlerische Werke von den Lehrenden als ausreichend beurteilt wurden.

Über 1.250 Studierende besuchten die Institution in den 14 Jahren seiner Existenz, ca. 150 Lehrende gaben ihr Wissen weiter. Weiterführende Informationen zu Studierenden und Lehrenden am Bauhaus finden Sie hier.

Größtenteils kamen die Studierenden aus Mitteldeutschland, d.h. in Weimar aus Thüringen und Umgebung, in Dessau aus Sachsen-Anhalt. Doch von Anfang an zog das Bauhaus auch ausländische Studierende an, aus Osteuropa, der Schweiz, sogar aus Japan und den USA.

Ungefähr ein Drittel der Studierenden am Bauhaus waren Frauen.

Diese Frage können wir Ihnen leider nicht pauschal beantworten. Gerne können Sie in den auf der Website gelisteten Werken stöbern und vergleichen.

Fälschlicherweise spricht man von einem „Bauhaus-Stil“, dabei haben alle Bauhaus-Angehörigen teils sehr unterschiedliche künstlerische Konzepte vertreten. Die Resultate der Bauhaus-Weberei sind ganz anders einzuschätzen als die des Architekturunterrichts unter Hannes Meyer, die Töpferei-Produkte stehen in ihrem Kontext völlig anders da als die neuen Versuche zur Typografie oder die freie Kunst von Klee, Feininger und anderen. Nicht alles, was „modern“ aussieht, ist automatisch Bauhaus, da es in der Zeit viele Reformströmungen gab. Es lohnt der genaue und differenzierte Blick!

Eine große Auswahl an Publikationen zum Thema Bauhaus können Sie in den Bauhaus-Institutionen vor Ort als auch online kaufen. Das Bauhaus-Archiv Berlin bietet seine Publikationen im Ladengeschäft in der Knesebeckstraße 1–2 in Berlin-Charlottenburg und auf bauhaus-shop.de an. Publikationen der Stiftung Bauhaus Dessau finden Sie im designshop bauhaus dessau im Bauhausgebäude, im Museumsshop des Bauhaus Museum Dessau oder über ihre Website. In Weimar finden Sie Publikationen in den Bauhaus Stores am Markt und im Bauhaus Museum sowie über den Onlineshop. Alle Shops sind ohne Eintrittskarte in die Museen erreichbar.

Wenn Sie die hier auf der Website aufgelisteten Publikationen anklicken, finden Sie am Ende des kurzen Beschreibungstexts den vollständigen Titel sowie die ISBN-Nummer, womit Sie die Publikation auch in jedem Buchladen Ihres Vertrauens finden können.

Die Texte wurden auf Basis von wissenschaftlicher Fachliteratur und zum Teil auch in Austausch mit den Nachkommen der Bauhäusler verfasst. Literaturangaben sind unter den Texten angegeben. In Ausnahmefällen ist dies leider noch nicht so, das wird in nächster Zeit nachgeholt.

Wenn Sie mit dem Cursor über das Copyright-Zeichen fahren, das jeweils unten links im Bild eingeblendet ist, wird der Bildcredit angezeigt. Dieser gibt Ihnen einen Hinweis auf die Quelle der Abbildungen. Häufige sind die Abbildungen aus den Fotoarchiven der Bauhaus-Institutionen. Dort können Sie sowohl recherchieren als auch die Abbildungen mittels einem Bestellformular direkt anfragen: Fotoservice des Bauhaus-Archiv Berlin, die Bilddatenbank der Stiftung Bauhaus Dessau und die Datenbanken der Sammlungen und Bestände der Klassik Stiftung Weimar. Wir dürfen diese Bilder nicht weitergeben.

Bitte schreiben Sie an redaktion@bauhauskooperation.de.

Bitte entnehmen Sie die Öffnungszeiten der einzelnen Museen deren jeweiligen Websites: Bauhaus-Archiv Museum für Gestaltung Berlin bzw. während der Bau- und Sanierungsarbeiten temporary bauhaus-archiv, Bauhaus Museum Dessau sowie Bauhaus Museum Weimar.

Mit den Apps der sammlungsführenden Bauhaus-Institutionen in Weimar, Dessau und Berlin können Sie auch von zu Hause durch die Museen flanieren und spannende Geschichten für Groß und Klein entdecken. Bauhaus+, die Bauhaus App der Klassik Stiftung Weimar führt Interessierte durch die Häuser in Weimar, die App temporary bauhaus bietet eine Führung durch die Sammlung des Bauhaus-Archivs in Berlin und die App Bauhaus Dessau begleitet Nutzer auf einer Entdeckungstour zu wichtigen Bauhaus-Stationen in Dessau. Einen Überblick über die Apps finden Sie hier.

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